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Kommerzieller Wildfang von Delphinen |
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das Meer -
Probleme
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Geschrieben von: Vincent
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Kommerzieller Wildfang von Delphinen
Lebendfang gefährdet wild lebende Delphine
Alljährlich werden weltweit unzählige Delphine in brutalen Jagdaktionen gefangen. Wild lebende Populationen sind dadurch gefährdet, hält die Schweizer Schutzorganisation OceanCare fest. Massgeblich verantwortlich für die Gefährdung ist die boomende Delphinarienindustrie.
Am 4. Oktober findet der Welttierschutztag statt. Weltweit führen Tier- und Artenschutzverbände an diesem Tag Informationsveranstaltungen durch. Der Tag wird seit 1931 international begangen und soll zur Verbreitung des Gedankens von Tier- und Artenschutz beitragen. OceanCare, die Schweizer Organisation zum Schutz der Meeressäuger und ihrer Lebensräume, engagiert sich in dieser Sache an vordester Front.
«Gerade der Wildfang von frei lebenden Delphinen ist ein dringliches Thema sowohl des Tier- als auch des Artenschutzes», sagt OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber. Seit Jahren beobachtet die Organisation, dass Delphin-Wildfänge zunehmen und vermehrt in Gebieten stattfinden, wo kaum Informationen über die Situation der lokalen Delphinpopulationen vorliegen. «Somit ist auch nicht abschätzbar, welche Auswirkung die Entnahme von Tieren auf die lokale Population hat», erklärt Sigrid Lüber: «Delphin-Fangaktionen bedeuten, dass das hoch entwickelte Sozialgefüge einer Gruppe von Delphinen unwiderruflich gestört und damit das Überleben einer lokalen Population riskiert wird.»
Derweil boomt die Delphinarien-Industrie weiter. Kunststücke mit Delphinen, das Schwimmen mit ihnen und die so genannte Delphintherapie machen Delphinarien weltweit zum Milliardengeschäft. Doch nicht nur neue Delphinarien müssen Delphine «beschaffen». Auch bestehende Anlagen brauchen «Nachschub» aus freier Wildbahn, um die eigenen Bestände nach dem Wegsterben von Tieren aufrecht zu erhalten. Die Sterblichkeit ist hoch, Geburten in Gefangenschaft selten. Ein unheilvoller Kreislauf, angeheizt von falsch verstandener Delphinliebe und der Nachfrage nach «Fun» und Therapie mit gefangenen Delphinen.
Aus Sicht des Tier- und Artenschutzes ist nicht nur der Wildfang an sich, sondern auch die Gefangenhaltung von Delphinen höchst fragwürdig. Viele Besuchende von Delphinarien sehen leider nur «Flippers» vermeintliches Lächeln, welches ein falsches Image der Meeressäuger prägt. Dazu Sigrid Lüber: «Die Gesichtsmuskeln der Delphine sind starr – sie „lächeln“ auch, wenn sie leiden oder tot sind. Zu oft wird das Leid dieser Tiere vergessen, die in Gefangenschaft niemals artgerecht gehalten werden können.»
Die häufigste in Delphinarien gehaltene Art ist der Grosse Tümmler, der durch die TV-Serie «Flipper» traurige Berühmtheit erlangte. Doch auch vor «exotischeren» Arten mit besonders speziellen Ansprüchen an den Lebensraum macht die Delphinarienindustrie nicht Halt. So werden etwa Belugas, auch Weisswale genannt, die in polaren Gewässern leben und auf kaltes Wasser angewiesen sind, bis ans Mittelmeer gebracht. «Und kürzlich wurden verschiedene, bei Treibjagden in Japan gefangene Delphinarten nach China und in die Vereinigten Arabischen Emirate verfrachtet», kritisiert Sigrid Lüber. «Darunter sogar Rundkopf-Delphine, die als Art tiefe Gewässer bevorzugen. Ihr Leiden an der Enge und am artfremden Leben in der Begrenzung der Betonbecken ist noch schlimmer.»
OceanCare setzt sich auf verschiedenen Ebenen gegen Wildfänge und Delphinarien ein. Dieses Jahr lancierte die Organisation beispielsweise eine Petition, die in der Europäischen Union und in der Schweiz gesetzlich verankert einen sofortigen Stopp für Neubauten von Delphinarien und ein Verbot des Delphin- und Walhandels sowie deren Produkte verlangt. |