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Welttourismustag: Wale beobachten als touristische Chance
Wale und Delphine in freier Wildbahn beobachten statt eingepfercht in Delphinarien. Die Organisation OceanCare zeigt Whale Watching und sanfte Walforschung als Alternative – zumindest wenn die Reiseunternehmen einige Richtlinien beachten.
Am 27. September wird der Welttourismustag begangen. Der Tag soll die soziale, ökologi_sche, kulturelle, politische und wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus öffentlich bewusst machen. Die vielen weltweiten Anlässe dazu jeweils am 27. September finden jährlich mit einem neuen Schwerpunkt statt. Anliegen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes sind dabei zunehmend im Zentrum. OceanCare, die Schweizer Organisation zum Schutz der Meeressäuger und ihrer Lebensräume, engagiert sich in dieser Sache an vordester Front.
«Seit den frühen 90er Jahren haben wir mit unseren Programmen wertvolle Erfahrungen gesammelt, die wir veröffentlichen wollen», sagt OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber. Dazu gehören selbst organisierte Walforschungsreisen für interessierte Laien im Mittelmeer, der Augenmerk auf das «Whale Watching» (Walbeobachtung) und ein besonders kritischer Blick auf die boomende Delphinarien-Industrie, zu welcher die Walbeobachtung und sanfte Forschungsprogramme touristisch interessante Alternativen bieten.
Delphinarien schiessen weltweit wie Pilze aus dem Boden. Kunststücke mit Delphinen und das Schwimmen mit ihnen macht Delphinarien zu lukrativen Publikumsmagneten. Viele Be_suchende von Delphinarien sehen dabei leider nur «Flippers» vermeintliches Lächeln, wel_ches ein falsches Image der Meeressäuger prägt. Doch die Gesichtsmuskeln der Delphine sind starr – sie «lächeln» auch, wenn sie leiden oder tot sind. Zu oft wird das Leid dieser Tiere, die in Gefangenschaft niemals artgerecht gehalten werden können, vergessen.
Eine sinnvolle Alternative kann das Whale Watching sein. Immer mehr Reisende nutzen die Chance, die Meeressäuger statt in enge Becken eingepfercht in ihrem natürlichen Lebens_raum zu beobachten. In Europa sind nebst südlichen Destinationen vor allem Island und Nor_wegen sehr beliebt. Doch ohne verantwortungsvolle Lenkung kann der touristische Ansturm auf See bei den wildlebenden Walen und Delphinen Stress verursachen. «Deshalb hat OceanCare in enger Zusammenarbeit mit Reiseunternehmen Bewertungskriteren erarbeitet», sagt Silvia Frey, Leiterin der OceanCare Fachstelle Walforschung.
Denn Reiseunternehmen haben oft nicht das optimale Wissen über verantwortungsvolles Whale Watching. Seit einigen Jahren arbeitet OceanCare mit Kontiki Saga, Glur Reisen und Scandinavian Airlines (SAS) zusammen. Ziel der Kooperation ist die einheitliche Bewertung verschiedener Whale Watching-Anbieter. «Wir wollen gemeinsam mit den Anbietern die Walbeobachtung zum Wohl der sanften Riesen verbessern», erklärt Nele Davignon von SAS: «Gleichzeitig sollen die Reisenden von einem nachhaltigen Angebot profitieren.»
«Wir als am Projekt beteiligte Reiseunternehmen legen fortan die lokalen Whale Watching-Guidelines den Reiseunterlagen bei», sind sich Ivan Köhle von Kontiki Saga und Heidi Glur von Glur Reisen einig: «So können sich die Gäste bereits im Voraus über das zulässige Verhalten orientieren.» OceanCare bietet zudem eine Online-Plattform an, wo Reisende positive und kritische Eindrücke von Touren mitteilen können. Dies ermöglicht weitere Verbesserungen zum Wohl von Mensch und Tier. Das Projekt wird laufend ausgebaut. |