Algen-Alarm in Italien
An den italienischen Küsten breitet sich eine giftige, tropische Alge aus, vor der sich Badegäste in Acht nehmen müssen. Fischer, Fischhändler und die Tourismusbranche fürchten um ihre Einkünfte.
Rund um Neapel, bei Sizilien und auch an der ligurischen Küste wurde die Mikroalge «Ostreopsis Ovata» gesichtet. Im Raum Neapel warnten die Behörden vor dem Verzehr von Muscheln und Schalentieren,
weil die Alge sich nahe der Ortschaft Bacoli stark vermehrt hatte. Fischer und Restaurantbesitzer protestierten gegen die Warnung. «Es gibt keine bewiesene Gefahr für die Gesundheit. Mit diesem unbegründeten Alarm ruiniert man eine Wirtschaft, die schon von der Müllkrise schwer in Mitleidenschaft gezogen worden ist», sagte ein Sprecher der Fischer von Bacoli.
Atemnot, Ausschläge, Übelkeit, Fieber
Allerdings scheint Badenden der Kontakt mit der Alge nicht zu bekommen. Die Beschwerden reichen von Husten, Atemnot, Hautausschlägen, Übelkeit bis zu Fieber. Besonders wohl fühlt sich die Alge in flachem Wasser, das über 25 Grad warm ist.
Auf Sizilien haben die Behörden eine Suche gestartet, um die Ausbreitung der Alge festzustellen. Biologen untersuchten vor den Städten Ragusa, Sirakusa und Messina die Wasserqualität, wie italienische Medien heute berichteten.
Bereits fündig wurden die Experten vor Ligurien. Vor Chiavari, Diano Marina und San Bartolomeo al Mare seien die zulässigen Algen- Werte bereits deutlich überschritten, hiess es. «Ostreopsis Ovata» war zunächst an der französischen Cote d'Azur aufgetaucht und hat sich inzwischen bis nach Italien ausgebreitet.
Hoteliers: Kein Spur von der Alge
Die italienischen Hoteliers bangen um ihre Saison. Demonstrativ trank der Präsident des ligurischen Hotelierverbands, Americo Pilati, vor den Medien aus einem Glas mit Meereswasser.
«Es gibt keine Spur der giftigen Algen, die Kontrollen haben zu negativen Resultaten geführt. Die Touristen können unbesorgt kommen. Das Meereswasser ist so sauber wie das von der Wasserleitung», sagte Pilati.
Die Alge hatte der Tourismusbranche bereits 2005 zu schaffen gemacht. Damals wurde das Schwimmen am 15 Kilometer langen Küstenstreifen von Genua untersagt.
Quelle: Tagesanzeiger 21.07.2008 |