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das Meer - Piraten
Geschrieben von: Vincent   
Piraten kidnappen deutsche Segler

Somalische Piraten haben das Segelboot eines deutschen Paares gekapert und die beiden Segler in das Bergland der halbautonomen Region Puntland verschleppt.

«Die Ausländer sind in unsere Gewässer eingedrungen», sagte ein Sprecher der Piraten am Dienstagabend. Die Gruppe wolle «Steuern und Lösegeld» für die Freilassung des aus Süddeutschland stammenden Paares, das mit seinem Segelboot von Ägypten unterwegs nach Thailand war.

In ersten Berichten der somalischen Behörden war von der Entführung einer dreiköpfigen deutsch-französischen Familie sowie eines französischen Kapitäns der Jacht die Rede gewesen.

Zur Höhe des geforderten Lösegeldes machten die Piraten zunächst keine Angaben. Den entführten Deutschen gehe es gut, sie sorgten sich jedoch um ihre Freilassung, hiess es. Die Piraten haben nach eigenen Angaben mit der Familie des Mannes telefonisch Kontakt aufgenommen.

Das Aussenministerium in Berlin teilte mit, es gehe den Hinweisen nach und bemühe sich um Aufklärung.
Fischer spannen mit Piraten zusammen

Bei den Tätern soll es sich um Piraten und Fischer handeln, die die Jacht gemeinsam überfielen, als sie vor der Küste vor Anker lag. Während somalische Piraten sonst mit Schnellbooten und automatischen Waffen Jagd auf Tankschiffe und grosse Frachter machen, hatten diesmal den Berichten zufolge Fischer das Boot mit den Touristen entdeckt und sich mit den Piraten verbündet.

Die Gewässer vor Somalia gehören für die internationale Schifffahrt zu den gefährlichsten der Welt, weil Piraten immer wieder Schiffe und Boote überfallen. Anfang April war die französische Luxus-Yacht «Le Ponant» entführt worden. Die Seeräuber liessen ihre Geiseln eine Woche später gegen ein Lösegeld des Reeders von rund 1,3 Millionen Euro frei.
Ein Revier von Piraten

Ende April wurde ein spanisches Fischerboot gekapert, das sechs Tage später nach der Zahlung eines Lösegeldes von 770 000 Euro freigegeben wurde. Ende Mai wurde ein Frachter einer deutschen Reederei überfallen. Die «Lehmann Timber» mit 15 Besatzungsmitgliedern ist noch immer in der Hand von Piraten.

Am 2. Juni hatte der UNO-Sicherheitsrat eine Erklärung verabschiedet, die ausländischen Schiffen in der Region die Verfolgung von Piratenschiffen ermöglichen soll. Demnach dürfen diese Boote in Absprache mit der somalischen Regierung in die Hoheitsgewässer des Landes vordringen.
Chaotische Verhältnisse

In Somalia herrscht seit 17 Jahren Bürgerkrieg, eine Staatsgewalt ist praktisch nicht mehr vorhanden. Die Piraten, die oft mit Schnellbooten und Maschinengewehren ausgerüstet sind, sind oftmals ehemalige Marineangehörige oder frühere Fischer.

Sie setzen dabei nicht nur auf Lösegelder, sondern auch auf die Ladung der von ihnen gekaperten Schiffe. Hilfslieferungen des Welternährungsprogramms für die somalische Bevölkerung werden deshalb seit Ende 2007 von Kriegsschiffen begleitet.
Queller: Tagesanzeiger Online
 

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