Forscher rekonstruieren abrupte KlimawandelEin internationales Forscherteam mit Berner Beteiligung hat zwei Klimaschocks vor 14’700 Jahren im Detail rekonstruiert. Es sei das erste Mal, dass abrupte Klimawechsel am Ende der letzten Eiszeit so genau beschrieben würden, teilt die Universität Bern mit. Die Arbeit der Forscher könnte wegweisend sein für Klimaprognosen.
Ein 15’000 Jahre alter Eisbohrkern aus Grönland brachte es an den Tag: Am Ende der letzten Eiszeit erwärmte sich das Klima im Nordatlantik quasi von einem Jahr auf das andere, viel schneller als bisher vermutet. Die Forschergruppe, an der das physikalische Institut der Universität Bern beteiligt war, wies dies anhand einer hoch auflösenden Messung von Wasserisotopen und Staubkonzentrationen im Eiskern in nie gekannter Genauigkeit nach. In kurzer Zeit 10 Grad wärmer Ihre Ergebnisse zeigen, dass sich das Klima in Grönland vor 14’700 Jahren innert weniger Jahrzehnte um über zehn Grad Celsius erwärmte. Die Zirkulation der Atmosphäre änderte sich dabei noch schneller – im Verlauf von nur ein bis drei Jahren. Auf den Wärmeschub folgte eine Abkühlung, die zwei Jahrhunderte dauerte. Dann kam der zweite Wärmeschub: Das Klima erwärmte sich innerhalb von 60 Jahren erneut um zehn Grad. «Das sind erstaunlich starke Temperaturschwankungen», wird der in Bern tätige Physiker Hubertus Fischer zitiert. Wie die Berner Universität weiter schreibt, könnten die von der Forschergruppe aus dem Eisbohrkern gewonnenen Daten dabei helfen, künftige Klimaerwärmungen zuverlässiger vorherzusagen. Die Forschungsergebnisse wurden im aktuellen Wissenschaftsmagazin «Science» publiziert. Quelle: Tagesanzeiger Online vom 21.06.2008 |