Home Ausbeutung des Meeres Kanadische Robbenprodukte zum freien Handel in der Schweiz?
Kanadische Robbenprodukte zum freien Handel in der Schweiz? PDF Drucken E-Mail
das Meer - Ausbeutung
Geschrieben von: Vincent   
altKanadische Robbenprodukte zum freien Handel in der Schweiz?
Soll die Schweiz die weltweit verurteilte Robbenjagd aktiv unterstützen?

Mit überwältigendem Mehr (550 Ja gegen 49 Nein) hat das EU-Parlament aus moralischen und tierschützerischen Gründen das Embargo für sämtliche Robbenprodukte beschlossen. Nun will die Ständeratskommission WBK in einer Motion den Handel mit diesen Produkten dennoch regulieren statt verbieten. Der Bundesrat empfiehlt die Motion zur Annahme.

Montreux und Wädenswil, 10. Juni 2009: Morgen Donnerstag, 11. Juni 2009, wird im Ständerat die Motion der WBK-SR «Regulierung des Handels mit Produkten aus der Robbenjagd» (09.3355) behandelt. Diese Motion will nur solche Robbenprodukte untersagen, welche nicht aus staatlicher Jagd stammen und nicht unter Einhaltung massgeblicher Tierschutzstandards zustande kamen. Den kanadischen Robben nützt dies nichts; die Robbenjagd in Kanada ist staatlich bewilligt und Tierschutzstandards sind festgelegt. Doch das ist reine Theorie, von der sich die Praxis grundlegend unterscheidet. Diese Jagd ist erwiesenermassen tierquälerisch, grausam und ausserdem nicht kontrollierbar.


Vera Weber, Fondation Franz Weber, selber Augenzeugin der kanadischen Robbenjagden 2006 und 2008 berichtet: „Die Robbenjagd findet – trotz immer wieder vorgebrachtem Vergleich – nicht in einem Schlachthaus statt, wo eine humane Tötung garantiert werden könnte. Sie erfolgt auf Eisschollen, die in Bewegung sind, von sich bewegenden Fischerbooten aus, auf wilde Tiere, die sich ebenfalls bewegen. 5000 bis 6000 Jäger jagen von ca. 1000 Booten aus, auf einer Fläche, die grösser ist als ganz Frankreich. Ich habe gesehen, wie Robbenjäger laufend die Tierschutzvorschriften missachteten, obwohl sie offen von uns beobachtet wurden. Wie sieht es denn aus, wenn sie niemand beobachtet?“

Der Hauptanteil der durchschnittlich 300'000 jedes Jahr zur Tötung freigegebenen Tiere wird innert weniger Tage in höllischem Tempo unter extremen Wetterbedingungen (Wind, Nebel, Schneestürme, etc) erlegt – jeder Jäger muss ein Maximum an Tieren in einem Minimum an Zeit erbeuten.


Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, erklärt: „Die kanadische Regierung wird nie garantieren können, dass die Tiere human getötet werden, auch wenn sie unzählige neue Tierschutzvorschriften erlässt. Es sei denn, sie stellt 6000 auf Robben spezialisierte Tierärzte zur Verfügung, von denen jeder einen Robbenjäger auf Schritt und Tritt begleitet und kontrolliert.“

Ein Embargo von Robbenprodukten ist im Rahmen der Vereinbarungen der Welthandelsorganisation (WTO) als „notwendig zum Schutz der öffentlichen Moral“ vollumfänglich gerechtfertigt und WTO-konform, da es in gleicher Weise auf alle Länder und auf alle Robbenprodukte angewandt wird.


Mehrere Zehntausend Schweizerinnen und Schweizer haben auf den Aufruf der Fondation Franz Weber und OceanCare reagiert und Protestkarten und Protestmails an den Ständerat geschickt. Sie fordern, dass die Schweiz dem Beispiel der EU folgt und für ein Embargo auf sämtlichen Robbenprodukten eintritt. Ausgenommen sind einzig Produkte der artisanalen Jagd der Inuit.

 

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